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Digitalisierung und Zivilgesellschaft

Liebe Leserin,

lieber Leser!

Viele Entscheidungsträger*innen und Bürger*innen sehen in der Transformation des Energiesystems die Lösung für den Klimawandel. Für sie ist Energieeffizienz der Schlüsselbegriff. Zunehmend wird jedoch offenbar, dass die energieeffizienten Maßnahmen, die getroffen wurden, nicht ausreichen, um die Probleme des Klimawandels in den Griff zu bekommen. Mehr und anderes ist gefordert. Das Streben nach Effizienz wird nur dann ausreichend wirksame Resultate zeitigen, wenn es in dem Streben nach Suffizienz gründet. Die Frage nach der Suffizienz lenkt unsere Aufmerksamkeit auf kulturelle Fragestellungen.

 

Um den Pfad einer Zivilisation zu verlassen, deren Streben auf Machbarkeit, Wachstum und Perfektibilität ausgerichtet ist, bedarf es einer Transformation der Gesellschaft in eine „Kulturgesellschaft" (Adrienne Göhler). Mit dieser Transformation befasst sich die „Kulturökologie". Wenn hier von „Kulturökologie" gesprochen wird, dann geht es nicht bloß und nicht in erster Linie um kulturökologische Fragen der Anpassung der Gesellschaft an Umweltbedingungen. Bislang fokussierte Kulturökologie das Verhältnis Mensch-Natur zwar aus der Perspektive kultureller Handlungen, fragte aber auf der Basis behaviouristischer, kybernetischer und systemtheoretischer Modelle vor allem nach der Anpassungsfähigkeit des Menschen an seine Umwelt. Ziel war es, den Menschen in die Welt einzupassen.