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Nr. 1 / 2018
Utopienarche, Makis E. Warlamis, (2010), Das Kunstmuseum Waldviertel
Geist der Utopie

Der Geist der Utopie – eine philosophische Hinführung

Ernst Blochs ‚Geist der Utopie‘ verrückt die Dinge ein wenig und eröffnet auf diese Art einen neuen, einen utopischen Blickwinkel auf die Welt. Philosophie wirkt neu, da das utopische Moment in sie hineingetragen wird. Bloch sieht die Welt als eine im Werden befindliche, mithin als eine, die noch nicht zu sich selbst gekommen ist, wie auch das Subjekt der Selbstbegegnung bedarf. Der Bewegungsgrund liegt im ‚Dunkel des gelebten Augenblicks‘, in der Unmittelbarkeit des Lebens, die uns überfordert, weil wir in ihr Totalität nur erahnen, aber nicht haben können. Aber es ist der Ausgangspunkt für Bilder des möglichen Noch-Nicht, die den Menschen antreiben zur Veränderung, zur Sehnsucht nach dem Neuen, das immer auch ein Besseres sein soll. Ein Geist der Utopie muss dann konsequent offen sein, da er ein utopisches Gewissen hat, d.h. er hat die Aufgabe, den Drang und die Verantwortung für Zukünftiges zu entwickeln und ins philosophische Denken zu integrieren. Es ist demnach ein etwas verrückter Blick auf das Vergangene, der die Spuren des Zukünftigen im Vergangenen sucht. Wobei betont sei, es geht zwar um ein Noch-Nicht, aber wie dieses aussehen wird, bleibt unbestimmt, es gibt keine Sicherheit auf Erfüllung, sondern immer den Schwebezustand.

Was aber ist dann höchstmögliche Gelungenheit, was meint das Summum bonum oder auch das höchste Gut? Zielpunkt ist konsequenterweise das Zusammenfallen des als Höchstes möglich Denkbaren mit dem, der es denkt, und das Zusammenfallen dieses Denkens mit der Welt, in der es geschieht.

 

I. Zur revolutionären Romantik des Expressionismus

I.I   Gegen den Krieg im expressionistischen Duktus

Zu den entscheidenden Aussagen der von Bloch 1963 verfassten Nachbemerkung gehört, dass diese Schrift von 1918 ‚contra Krieg‘ verfasst wurde (Bloch 1963, 347), denn Bloch war Gegner des 1. Weltkrieges von Beginn an und hat die Schrift nicht umsonst an seinem ersten Exilort in der Schweiz vollendet, in dem er mit seiner früh verstorbenen Frau Else Bloch von Stritzky in ärmlichen Verhältnissen lebte. Seine Analyse von Kriegsschuld und Kriegsursache ist allerdings schwer zu fassen, eindeutig erwähnt er zwar die besondere Schuld Deutschlands, spricht von Militarismus und Kapitalismus, betont aber zugleich: „Man kann deshalb auch nicht nach den Urhebern des Krieges fragen: keiner hat ihn gewollt, aber jedes Volk war willenlos an die Kapitalbewegungen und dann, was vor allem wichtig ist, an die zwangsläufig gewordene Maschine des stehenden Heerwesens angeschlossen“ (GdU, 359). Wie auchin seinen in dieser Zeit verfassten Zeitungsartikeln[1] spricht er die kapitalistischen Wirtschaftsverhältnisse als auch den europäischen Militarismus an, ohne freilich eine genaue Analyse der Kriegsursachen liefern zu können. So erklärt sich seine Darlegung eher als ein moralischer und philosophischer Protest gegen den Krieg denn als eine genaue politikwissenschaftlich fundierte Analyse, die wohl auch erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich wurde.[2]

Jedoch macht Bloch bereits in der vorangestellten Absicht deutlich, dass die Zeit für Neues gekommen sei, gerade wegen der erlebten Katastrophe des Krieges, eben für einen wiederzubelebenden ‚Geist der Utopie‘, der kenntlich wird in der Kunst, vorrangig der Musik, aber auch in der Mystik und spürbar für das Subjekt, das bereit sei für eine Selbstbegegnung.

Die ersten Worte dieser Absicht lauten:

„Wie nun?
Es ist genug. Nun haben wir zu beginnen. In unsere Hände ist das Leben gegeben. Für sich selbst ist es längst schon leer geworden. Es taumelt sinnlos hin und her, aber wir stehen fest, und so wollen wir ihm seine Faust und seine Ziele werden.

Was jetzt war, wird wahrscheinlich bald vergessen sein. Nur eine leere, grausige Erinnerung bleibt in der Luft stehen. Wer wurde verteidigt? Die Faulen, die Elenden, die Wucherer wurden verteidigt. Was jung war, mußte fallen, aber die Erbärmlichen sind gerettet und sitzen in der warmen Stube.“

Und das Vorwort endet:

„Diesen [gemeint ist der utopisch prinzipielle Begriff, FV] zu finden, das Rechte zu finden, um dessentwillen es sich ziemt zu leben, organisiert zu sein, Zeit zu haben, dazu gehen wir, hauen wir die phantastisch konstitutiven Wege, rufen was nicht ist, bauen ins Blaue hinein, bauen uns ins Blaue hinein und suchen dort das Wahre, Wirkliche, wo das bloß Tatsächliche verschwindet – incipit vita nova“ (GdU, 9).

Am Ende eines Krieges, der mit wissenschaftlich-technischen Mitteln geführt wurde, scheint es nur konsequent, das, was vormals als rational und vernünftig angesehen wurde, als destruktiv wahrzunehmen und dagegen etwas ‚Neues‘ zu fordern. Neu soll nach dem Ersten Weltkrieg alles sein: ein Neubeginn, ein neuer Aufbruch, neues Bauen, neues Denken, neue Sachlichkeit. Als philosophische Grundlage galt da vielen Künstlern und Intellektuellen Ernst Blochs Schrift ‚Geist der Utopie‘, die in der Forschung sehr oft als das philosophische Werk des Expressionismus überhaupt bezeichnet wird. Bedacht werden muss dabei, dass der Autor seine Schrift in den Kriegsjahren verfasste und er zu den wenigen gehörte, die sich früh gegen Kriegsbegeisterung und Menschenverachtung wandten und nicht bis zur Bestätigung durch die Erfahrung der Kriegsfolgen warteten. Zudem sucht Bloch das Neue nicht in der Gegenwart, sondern in den subversiven Inhalten der Vergangenheit, weit zurückgehend bis in christliche und jüdische Mystik.

Dass die Schrift zur philosophischen Grundlage des Expressionismus gezählt wurde, erklärt sich im Besonderen durch Blochs Sprache, nachgerade durch ‚sein Hauen der phantastisch konstitutiven Wege und sein Bauen ins Blaue hinein‘. Dies ist eine Sprache, die schnell als expressionistisch deklariert wird, obwohl Bloch immer wieder darauf hinwies, dass der Ursprung seines Stils durchaus älter sei als die expressionistische Bewegung. Es ist ein Stil, der dem Gedanken des Neuen, das eben nicht vollkommen neu und anders ist, entspricht. Das Buch sollte nicht systematisch und wissenschaftlich wahrgenommen werden, sondern als ein fragmentarisches Gewebe, das durchaus Lücken enthält und deshalb manchen als nicht kohärent erscheinen mag. Ivan Boldyrev hat darauf hingewiesen, dass dies schon durch die äußerliche Gestaltung der Schrift verfolgt wird. Es gibt keine Symmetrie in der Kapitelaufteilung, manchmal gibt es Einteilungen innerhalb eines Kapitels, ein anderes Mal nicht. Es gibt Titel und Randtitel, Zeileneinzüge, Asterismen und Asterisken, um jeweils etwas hervorzuheben oder unterschiedlich zu betonen (vgl. Boldyrev 2012, 34). Schon in der Gestaltung wird damit auf die Bedeutung des Organischen, wie es der Kunst des Expressionismus eigen war, verwiesen. Dem utopischen Stil gemäß arbeitet der Autor mit ästhetischen Mitteln, mit bildhaften Ausdrücken, zuweilen mit Wortschöpfungen, nutzt Sprichworte und Redensarten, verkehrt diese auch des Öfteren, sowie mit Wendungen und Zitaten aus der Literatur, sowohl der sogenannten hohen als auch der Kolportage. Typisch sind seine thetisch gesetzten Sentenzen oder auch sein Pathos. Insofern lassen sich allein schon durch die verwendeten sprachlichen Mittel Bezüge zum Expressionismus zeigen, aber entscheidend sind wie so oft die Unterschiede. So führt die Nähe zu Künstlern wie etwa Wassily Kandinsky allzu leicht zu der Annahme, dass dessen Vorstellungen ‚Über das Geistige in der Kunst‘, welches Ausblick sein sollte auf den ‚Neubau des neuen geistigen Reiches‘ (vgl. Kandinsky 1912), tatsächlich mit Blochs Vorstellungen von einer utopischen Philosophie kompatibel seien, die sich immer an das zurück erinnert, was als ein noch nicht Verwirklichtes in mögliche Zukunft weist. Gerade das Gewesene als eines, welches seine Erfüllung noch nicht gefunden hat, erfordert eine Philosophie, die bei der Selbstbegegnung ihren Anfang findet, um zu einem gemeinsamen Wir zu gelangen.

Die Beziehung zur expressionistischen Bewegung ist freilich deutlich und die Absicht der Schrift wird mit den ersten Worten klar: Aus dem Entsetzen über den 1. Weltkrieg schreibt der Kriegsgegner der ersten Stunde beginnend in den Kriegsjahren eine Schrift, die zum neuen Denken und Handeln aufruft. Es ist eine politische Schrift, motiviert durch die Erfahrungen des Krieges und die russischen Revolutionen, wobei nicht deutlich wird, ob der Autor sich auf die bürgerliche oder die Oktoberrevolution bezieht (vgl. GdU, 297ff.). Dabei wirkt die Schrift auf den ersten Blick durchaus nicht als eine politische, handelt sie doch vornehmlich von ästhetischen und religionsphilosophischen Themen und dies durchaus in einer idealistischen Tradition.

I.II        Forderung nach einem neuen Geist

Darauf deutet allein schon die Verwendung des Begriffes Geist im Sinne überindividueller Strukturen, wie er sich in Werken von Herder, Hegel, Husserl oder Weber finden lässt. Immer auch klingt zugleich die Sprache der Mystik an, im Sinne eines Hoffens hinaus aus bedrängter Gegenwart. Bloch selbst wird 1974 im Interview mit Arno Münster erklären, er hätte den Titel ‚Geist der Utopie‘ nach dem Vorbild von Montesquieus ‚L’esprit des lois‘ gewählt, wenn es ihm auch um Utopie und nicht um Gesetze zu tun wäre. Geist sei die am ehesten mögliche Übersetzung von ‚esprit‘ (vgl. Münster 1977, 37). Motiviert zu diesem Vergleich mag ihn auch haben, dass Montesquieus Schrift als Schlüsselwerk der Aufklärung galt und Blochs Verwendung des Geistbegriffes der expressionistischen Bewegung die philosophische Begründung lieferte.

Michael Stark hat für diese Zeit vier Hauptströmungen beschrieben, die den Begriff verwenden und alle lassen sich im ‚Geist der Utopie‘ wiederfinden (vgl. Stark 1983).

1. Auffällig ist die Schrift gegen den ‚Ungeist‘ der Zeit gerichtet, in der „die Erbärmlichen [...] gerettet [sind], und sitzen in der warmen Stube. […] Ein stickiger Zwang, vom Mittelmäßigen verhängt, von Mittelmäßigen ertragen; der Triumph der Dummheit, beschützt vom Gendarm, bejubelt von den Intellektuellen, die nicht Gehirn genug auftreiben konnten, um Phrasen zu liefern“ (GdU, 9) Der Geist der Utopie richtet sich also gegen Mittelmäßigkeit, Dummheit und Phrasen.

2. Aber er reagiert auch auf die von Stark diagnostizierte zweite Strömung, die dem „Geist als Legitimation der neuen künstlerischen Konzeption, die ohne Rücksicht auf Wirklichkeitstreue dem eigenen Abstraktionszwang den Vorrang einräumt“ (Stark 1983, 29). Zeigenlässt sich dies an den ersten vier Kapiteln des ersten großen Abschnitts ‚Selbstbegegnung‘. Konsequent beginnt es mit der Selbstbegegnung, der radikalen Ansprache des Menschen, wie er sich selbst, sein Wirken und damit seine Zukunft sehen will. Schon bei diesen Ausführungen ästhetischer Fragen handelt es sich um eine Metaphysik der Innerlichkeit, die durch Darlegung des Kunstverständnisses verdeutlicht wird. Immer geht der Weg vom Innen zum Außen, das wird bereits im ersten Abschnitt mit dem Titel ‚Ein alter Krug‘ aufgezeigt. Es handelt sich dabei um einen tatsächlich in Blochs Haushalt befindlichen alten Bartmannkrug, den er in alle Exilorte mitnehmen sollte, denn er zog „das braune, ungeschlachte Gerät, fast ohne Hals, mit wildem Männergesicht und einem bedeutenden, schneckenartigen, sonnenhaften Zeichen auf der Wölbung, diesen Brüdern [gemeint sind bessere, nachgemachte Krüge, FV] vor“ (GdU, 13). Auffällig am Krug ist der wilde Bartmann, mit ihm verbinden sich nordische Legenden über wilde Männer, die magische Krüge mit Lebenswasser aufbewahren. Der Krug steht allegorisch für dieses Geheimnis gegen den Tod, denn die neugierige Frage, wie es wohl im Inneren des Kruges aussieht, gerät zur Frage nach uns selbst, gerade nach dem Sinn des Lebens. Gleich hier zu Beginn von ‚Geist der Utopie‘ stellt der Philosoph die Frage nach dem Inneren der Dinge. Diese Frage bezeichnet den Wunsch, das Eigene in seiner Sinnhaftigkeit zu erfassen, und sie geht zugleich einher mit der Frage nach dem Sinn der Welt. Dieser Krug hat laut Bloch „nichts Künstlerisches an sich, aber mindestens so müßte ein Kunstwerk aussehen, um eines zu sein, und das wäre allerdings schon viel“.(GdU, 15). In der ästhetischen Erfahrung wird dem Menschen die Problematik des ‚Dunkels des gelebten Augenblicks‘ (Bloch) deutlich, womit gemeint ist, dass der Mensch die Unmittelbarkeit des menschlichen Lebens im Moment der Jetztzeit nur empfinden, aber nicht begrifflich fassen kann. Die Selbstbegegnung geht einher mit der Problematik des Dunkels: Schon am Krug wird die Metaphysik der Innerlichkeit spürbar, so dass Bloch zu deren Erläuterung schreibt, dass das Dunkel „letzthin unser eigenes Dunkel, uns Unbekanntsein, Vermummt- oder Verschollensein ist, wie denn alles Zerfließende darin aus dem derzeitigen Zustand des Subjekts herstammt als der noch zerstreuten, ungesammelten, dezentralisierenden, wenngleich nie abreißenden Funktion des Bewußtseins überhaupt“ (327). DieseErfahrung begründet aber auch den Trieb, das Sein auf Zukunft hin zu gestalten, was laut Bloch möglich ist, da die Welt auf den Menschen angelegt sei. So heißt es in ‚Geist der Utopie‘ als Programm: „Es will um uns anders werden. […] Wir werden doch nicht nur geboren, um hinzunehmen oder aufzuschreiben, was war und wie es war, als wir noch nicht waren, sondern alles wartet auf uns, die Dinge suchen ihren Dichter und wollen auf uns bezogen sein“ (295; 334f.).

Auch die nächsten Abschnitte behandeln vordergründig ästhetische Fragen, so etwa die zur Erzeugung des Ornaments, ein Plädoyer für die ‚Sehnsucht nach Substanz‘, die er in den neueren Fassungen mit der Sentenz des ‚Gotisch Werden Wollens wie Auferstehen‘ fasst, denn im Ornament spiegelt sich für Bloch das organisch-physische Sehnsuchtspotential des Menschen. Die Ruhelosigkeit der organischen Gestaltungsweisen entspräche dem inneren Wesen des Menschen. Solche Formen künstlerischen Schaffens stehen für generelle Offenheit, die an das Zukünftige im Vergangenen anknüpfen wollen. Gerade deshalb interpretiert Bloch die expressionistische Kunst als Weiterführung der gotischen Gestaltungslinie. Dabei fällt auf, dass er die Dialektik von Impression (Innen) und Expression (Außen) früh im Blick hatte, nachgerade ihre Umsetzung von Licht- und Farberlebnissen und ihr Bemühen, die innere Gefühlswelt des Menschen zu artikulieren.

Der Abschnitt über den komischen Helden behandelt im ersten Teil ausschließlich Cervantesʼ Gestalt Don Quixote, ohne näher auf romanästhetische Fragen einzugehen. Don Quixote steht hier als Prototyp des utopischen Bewusstseins, also der komische Held, der gegen Windmühlen kämpft und sich seiner Vergänglichkeit bewusst wird, denn er „ist irrsinnig im Vergleich zu seiner Zeit, irrsinnig geworden an der Gottleere seiner Zeit“ (61f.). Dieser Teil geht über in eine Theorie des Dramas und damit in die Analyse der Dramentheorie von Blochs Jugendfreund Georg Lukács.

Den längsten Teil von ‚Geist der Utopie‘ widmet der Autor seiner darin enthaltenen Musiktheorie. Das führte zu einer Empfehlung des Dirigenten Otto Klemperer an den Verlag, das Buch unbedingt zu drucken. Klemperer hatte das Manuskript von Georg Simmel erhalten und es waren diese Ausführungen, die Klemperer begeisterten. Musik erhält in der Schrift eine derart zentrale Stellung, da Bloch diese als die utopische Kunst überhaupt ansah. Musik wird zum Instrumentarium des utopischen Geistes erhoben. Seine Beschäftigung ist getragen von zeitgenössischen Diskussionen und wendet sich kritisch gegen den herrschenden Formalismus. Auch hier geht es um die in der Ästhetik deutlich zutage tretende Metaphysik der Innerlichkeit, denn die Musik ist für Bloch Statthalter des Menschen, sie ist sein unmittelbarer, weil gegenstandsloser Ausdruck. So wie er die Geschichte generell von der Zukunft her deutet, verfährt er auch in seiner Musiktheorie, indem er immer vom musikalischen Subjekt ausgeht. Am einzelnen Werk erläutert er dessen utopische Qualitäten und leitet daraus seine grundsätzlichen Aussagen ab.[3] Im Zentrum seiner Theorie steht der Ton als Mittel und als Phänomenale, um ganz ausdrücklich die Möglichkeit menschlicher Selbstfindung zu bezeichnen. Musik wird exponiert erläutert, da sie Medium der Selbstbegegnung des Menschen ist, denn sie macht ihren Gehalt durch Töne nichtbegrifflich begreifbar und vermag es so, das Bedürfnis nach einen Zusammengehen von Subjekt und Objekt als höchsten Wunschinhalt kenntlich zu machen.

3. Zudem bekennt sich Bloch mit dem Begriff ‚Geist‘ zu einem positiv erlebten Intellektualismus, der die Grundlage für das Vermögen zur Zeitdiagnose liefert. Davon zeugt insbesondere das Kapitel ‚Über die Gedankenatmosphäre dieser Zeit‘[4], in dem er sich zum einen kritisch mit den damals aktuellen theosophischen Strömungen, zu denen er auch die Werke Rudolf Steiners zählt, beschäftigt. Deren Fragen akzeptiert er zwar als berechtigte, betont jedoch ihre Differenz zu christlichen Mystikern als ihr Defizit, da diese Theorie, „blind bleiben muß, sofern sie nie adäquat intendiert wurde, also niemals in den Fokus einer vorhergehenden, ihrer würdigen Erkenntnistheorie eingerückt ist“(242). Ihm geht es um eine Befreiung des Geistes aus der Hörigkeit jenseitiger Heilsversprechen, weswegen er zwar die Berechtigung der Fragen anerkennt, aber immer deren Zusammengehen mit den im Objekt vorhandenen Gesetzmäßigkeiten sucht. Er selbst übernimmt von den Mystikern den Gedanken der Selbstbegegnung, an deren Ende gelungene Identität steht. In diesem Sinne entlehnt er auch den Begriff der Heimkehr als Erlangung eines quasi göttlichen Zustandes, eines Lebens ohne Leid. Dem folgt zweitens eine Analyse moderner Philosophen, der eine Abrechnung mit den philosophischen Fakultäten zu dieser Zeit vorangeht. Bergson, Husserl, Hartmann sowie Kant und Hegel dienen der Entwicklung des eigenen philosophischen Standpunktes, in dem das Streben nach Erkenntnis sich auf etwas richtet, was noch nicht ist. Das Vergangene wird hier nicht als statisch abgeschlossen gesehen, sondern so, wie jede neue Generation anders auf das Vergangene blickt, bringt sie dieses auch quasi neu hervor. Mit dem Begriff des Eingedenkens nimmt er hier vorweg, was er später mit seinen Darlegungen zur Bedeutung des Erbens ausführen wird. Gemeint sind immer die mögliche Bereicherung der Gegenwart und der Zukunft an den noch virulent subversiven Inhalten des Vergangenen und der Anspruch, diese Inhalte als unabgegoltene zu erkennen.

4. Viertens signalisiert der Begriff Geist daher das Bekenntnis zu einer Verantwortung für den Verlauf der Zukunft, der sich die Vertreter des Expressionismus verpflichtet fühlen. Starks Darlegung der Verwendung des Begriffes als regulatives Prinzip für viele Expressionisten kennzeichnet auch den Tonfall von Blochs Jugendwerk: „Viele Aktivisten verwenden ‚Geist‘ im spirituellen Sinn eines den ganzen Menschen erfassenden Pneuma (religiös) und im Sinn einer durchaus subversiven Energie (politisch), die beide das Gegebene wesentlich negativ reflektieren, solange soziale Inkongruenzen und unbefriedigende gesellschaftliche Strukturen menschliches Leid verursachen. Mit dieser eigentümlichen Synthese aus sozialethischer Verantwortung, egoistisch-vitaler Selbstbehauptung, künstlerischem Führungsanspruch und kryptoreligiösem Sendungsbewußtsein hat man sich vor allem zu befassen, wenn man den der expressionistischen Bewegung eigenen Willen zur politischen Macht historisch beurteilen und verstehen möchte“ (Stark 1982, 30).

 

II. ‚Nicht Gesetze, sondern Utopie‘

Ein besonderes Merkmal des Blochschen Geistbegriffes ist seine Offenheit, mithin sein prozessualer Charakter, denn immer handelt es sich um einen ‚Geist, der sich erst bildet‘[5]. Ein solcher Geist ist dann der Geist der Utopie, der den Menschen zum Handelnden, zum in das Weltgeschehen Eingreifenden macht. Schon das ‚incipit vita nova‘ mit dem die Absicht endet, bezeichnet den Hinweis auf die Bedeutung von Zeitenwenden als Möglichkeit für Neues. Das, was sich an Fragen in der Selbstbegegnung stellt, kann dann in sozial beauftragte Fragen und damit in gesellschaftliches Handeln übergehen. Für Bloch gibt es neben den Provinzen des Unbewussten, die als das Verdrängte und das Nicht-Mehr-Bewusste gekennzeichnet werden, eine dritte, die er als das Noch-Nicht-Bewusste bezeichnet. Dieses im Subjekt Heraufkommende verweist in die Zukunft und öffnet ihm den Blick für das, was in der Vergangenheit schon dämmerte, aber noch nicht geworden ist. Deshalb auch die Ausführungen zum komischen Helden, denn der Anspruch, die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt zu erkennen, erfordert es, das Wesentliche der Erscheinungen aufzuspüren, das Noch-Nicht zu ergründen und voranzutreiben und dies auch, wenn man wie Don Quixote daran irre werden kann. Einem Geist, der sich erst bildet, wird dies nur möglich, wenn er sich von der Vorstellung zu lösen vermag, dass das empirische Dasein gegeben ist und sich mit dem beschäftigt, „was die Dinge, Menschen und Werke in Wahrheit seien, nach dem Stern ihres utopischen Schicksals, ihrer utopischen Wirklichkeit gesehen“ (GdU, 339). Dieser Gedanke ist im gesamten Werk enthalten, er wird, wie Bloch sagt, ausgebaut, findet sich aber im Kern schon in dem versuchten ersten Hauptwerk, u. a. als ein Appell: „Dorthin geht es hinaus, ratend, befehlend, erratend, was kommen soll, zum veränderten Denkenwollen, zum Umdenkenwollen der ganzen Welt. Wenn wir uns danach kennen werden, dann sind wir mit allen unterwiesen und bekannt. Es gibt nichts mehr, das nur zu entziffern wäre und stünde es da, von unserem verschleiernden Auge befreit. Sondern wir selber sind an dem Gang der Welt, die kernlos ist, ja die überhaupt nicht wahr ist, mithandelnd, mitentscheidend, miternennend beteiligt“ (340). Denn selbst wenn das Vergangene nicht mehr zu ändern ist, ist es noch lange nicht erledigt. Ihm bleibt etwas Forderndes inhärent, etwas, das den Menschen auffordert, sich überlegt zu erinnern und genauso überlegt vorwegzunehmen. Das Nicht-Mehr und das Noch-Nicht stehen damit immer in einem Zusammenhang, der erst einen objektiven Zugang zum Weltprozess eröffnet. Das aber ist immer zugleich eine Verpflichtung, quasi eine Mahnung an die Verantwortung des Menschen. Diese richtet sich an das Subjekt der Gegenwart, mithin an seine Einstellung zur Zukunft. Wie wird folglich Vergangenes zu einem kulturellen Gedächtnis, das in solch enger Verbindung zur individuellen Lebenserfahrung steht, dass das Subjekt das Unabgegoltene, die noch virulenten subversiven Inhalte des Vergangenen auch erkennt?

Geist ist demnach nicht allein auf das Subjekt begrenzt, auch bei Bloch gibt es ganz hegelianisch den objektiven Geist. Sowohl im Menschen wie auch in den Dingen arbeitet die Frage nach der Vollkommenheit. Mensch und Welt sind Fragment und streben zu neuer Totalität, wobei die Qualität von Subjekt und Objekt im Zusammenhang mit ihrem Utopiegehalt steht. Dies heißt keineswegs, es sei ausgemacht, das Bessere am Ende des Weges zu finden, postuliert wird hier die Hinwendung zur Möglichkeit: Das schließt ein Scheitern nicht aus. Aus einem solchen Messianismus, geschaffen aus den Wünschen nach dem Paradies auf Erden, erhält Utopie ihre Dynamik, weshalb für Bloch die „Apokalypse als das Bild einer endzeitlich-kosmischen Krise, Katastrophe und Wendepunkt in einem, [...] vorzüglich zur Zielbestimmung als eines transitorischen, auf Zukunft orientierten Schwebeverhältnisses [taugt]“ (Ueding 2009, 57).

Bloch ist überzeugter Atheist, spricht aber vom Wunsch „auf Erlösung von Bosheit, Leere, Tod und Rätsel, auf Gemeinschaft mit den Heiligen, auf die Wendung aller Dinge zum Paradies; immer und überall – die Apokalypse ist das Apriori aller Politik und Kultur, die sich lohnt, so zu heißen“ (GdU, 341). Denn er ist ein solcher Atheist, der trotzdem einer falschen Entzauberung der Welt vehement entgegentritt. Wenn er von Religiosität spricht, dann nicht, um diese zu entlarven, sondern um ihr emanzipatorisches Potential zu beerben, um die utopiehaften Stoffe freizulegen, sie nachgerade fruchtbar zu machen für eine humane Zukunft. Aber in ‚Geist der Utopie‘ schreibt er dies in einem Duktus, der leicht den Eindruck vermittelt, eine mystische Schrift zu lesen, was diese für heutige Leser*innen nicht wirklich einfach macht. Verständlicher als in ‚Geist der Utopie‘ wird sein messianischer Anspruch durch seine Deutung der Hiobsgeschichte in ‚Atheismus im Christentum‘ (AIC, 148-166), da Hiob exemplarisch für den Gotteszweifel steht, ein Zweifel, der angesichts des Krieges höchst aktuell war. Der Darstellung der Geschichte in der Bibel sagt Bloch nach, dass sie bereinigt wurde, denn „Hiob sollte die Zweifler wieder in den Stall zurückbringen“ (160). Er selbst aber bezieht sich auf Hiobs Rebellion gegen einen ungerechten Gott, die er keineswegs dahingehend deutet, dass das Unrecht in der Welt nun ein Beleg dafür sei, dass es keinen Gott gäbe, sondern vielmehr, „daß es in der Welt immer wieder einen Auszug gibt, der aus dem jeweiligen Status herausführt, und eine Hoffnung, die sich mit Empörung verbindet, ja die in den konkret gegebenen Möglichkeiten eines neuen Seins fundiert ist“ (165). Woran hier nicht gezweifelt wird, ist die Bedeutung des immer wieder notwendigen Exodus, nachgerade also eine Deutung des geschichtlichen Prozesses als auch des Menschen selbst als ein messianisches Geschehen. Und auch das Sein Gottes wird dann als Prozess gesehen, nicht als etwas, dass es seit Anbeginn gab. Gerade dies belegt die Exodus-Geschichte, in der Gott selbst sagt: „Ich werde sein, der ich sein werde“ (2. Mose 3, 14).

Dabei ist freilich nicht zu leugnen, dass Blochs Religionsverständnis ein solches ist, das einen Herrn über die Welt nicht braucht. Jedoch sucht er den Geist der Utopie im Rekurs auf die Figur der Eschatologie und nutzt so das Bild von der Selbsterlösung der Menschheit am Ende der Zeit, weshalb seine Hinwendung zum Außen sich nicht allein mit dem sozialistischen Gedanken, sondern mit Tod und Apokalypse beschäftigt. Glaube und Rationalität sind für ihn kein Gegensatz, womit er zu den Philosoph*innen gehört, die die religiöse Erfahrung als etwas anerkennen, über das nicht einfach hinweggegangen werden kann. Denn sonst verweigere man den Blick auf die Hoffnungsbilder der Menschen, wie sie deutlich werden in jüdischer Apokalyptik, der Tradition der aristotelischen Linken, dem joachimitischen Chiliasmus, den sozialrevolutionären Ideen von Thomas Münzer und vielem mehr. Notwendig aber ist dieser Horizont, denn er öffnet den Blick für das, was noch nicht bewusst ist und deshalb auch noch nicht geworden sein kann. So liegt zwar der Drang zum Utopischen im Subjekt, aber Resonanz findet dieser Drang im Objekt, weshalb Mensch und Welt sich in einem dynamischen Prozess befinden. Etwas, dessen sich erinnert werden muss, ist demnach die Zukunft in der Vergangenheit – eine Sentenz, die er von dem Romantiker Novalis entlehnt.

Der Unterschied zur apokalyptischen Tradition liegt darin, dass es Bloch nicht um das Wiederauffinden eines verlorenen Anfangs geht, sondern immer um das wirklich und wahrhaft Neue, um das, was im Dunkel des gelebten Augenblicks nur aufscheinen kann, also das Ultimum.

Deutlich wird dieser Gedankengang schon im letzten Kapitel des Abschnittes Selbstbegegnung mit dem Titel ‚Die Gestalt der unkonstruierbaren Frage‘, die zugleich die ursprüngliche Frage und das ursprüngliche Staunen ist oder wie Bloch es selbst im Nachhinein ausdrückt: „die Gestalt der unkonstruierbaren Frage, die nicht zurechtgebogen wird auf eine paratliegende Antwort, sondern die noch gar keine Antwort hat, wo aber alles darauf ankommt, daß die Frage selber unverwechselbar mit der ausstehenden Antwort formuliert wird, so daß wir also nicht nur eine Logik hätten, sondern eine Problematik, eine Wissenschaft von der Frage selber, aus der alle anderen Realprobleme sich erschließen“ (Münster 1977, 40). Anders ausgedrückt: Wie erkennt das Subjekt, wie es und was es ist, und wie gelingt es ihm, dass der im Objekt enthaltene Überschuss ihm nicht äußerlich bleibt? Ganz selbstverständlich verbindet Bloch Zeit- und Raumkategorien miteinander, so dass Zukunft dargestellt wird durch ein nach vorne Gehen, wobei der Voranschreitende wissen muss, was er aus dem Vergangenen mitzunehmen hat. Diesem aber haftet etwas an, das zu ihm in Beziehung tritt und so ein aktives Verhältnis einfordert, und eben letztlich von der Selbstbegegnung hinführt zu den Weltwegen, zum Außen. Diese erfasst Bloch im letzten Kapitel, in dem er Karl Marx, den Tod und die Apokalypse zusammenbringt.

Das Zusammengehen von Ich und Welt ist das Ergebnis eines Drängens nach auswendiger Verwirklichung. Der sozialistische Gedanke ist der einer Gemeinschaft, in der Selbst- und Weltveränderung zu ihrem glücklichen Ende gekommen sind, in der der Staat sich aufgelöst haben wird. Soziale Utopie und Erlösungsgedanken wirken hier ineinander. Seine Bilder entnimmt er der neutestamentlichen Johannes-Offenbarung, von dort her kommt seine Rede vom Guten, das sich gegen das Böse durchgesetzt haben wird. Auffällig auch, dass er bei der Thematisierung der stärksten Gegenutopie, dem Tod, davon auszugehen scheint, dass eine Seele lebendig bleibt und er hier auf Theorien der Seelenwanderung zurückgreift. Zusammenfassend lässt sich dies als Erläuterung verstehen, dass die nur in Zukunft mögliche Heimkehr des Menschen für Bloch eine ist, in der Subjekt und Objekt zusammengehen, in der das Ich den Weg zum Wir gegangen sein wird, weil auch die Dinge sich auf das Subjekt zubewegen. An dem utopischen Substrat von Mystik wird er immer festhalten, wenn auch seine Erläuterungen sich in den überarbeiteten Fassungen immer mehr hin zum marxschen Denken entwickeln werden.

 

III.   Aktualität

Diese Schrift erschien vor 100 Jahren bei Duncker und Humblot als die erste Ausgabe von Ernst Blochs ‚versuchtem ersten Hauptwerk‘, seinem ‚Geist der Utopie‘, das er selbst 1963 in einer Nachbemerkung zur veränderten zweiten Ausgabe von 1923 als „Jugendwerk […] expressiv, barock, fromm, mit zentralem Gegenstand“ bezeichnet. Schon seine Erläuterung der Gründe, die zur Überarbeitung der ersten der insgesamt drei Ausgaben geführt haben, macht deutlich, dass es sich um ein heute nicht mehr einfach zu verstehendes utopisches Werk handelt, spricht Bloch doch von einem „Sturm- und Drang-Buch, contra Krieg in Nächten hineingewühlt und durchgesetzt, auch zu einem ums nos ipse erbauten Erstwerk des begonnenen utopischen Philosophierens“, geprägt durch „revolutionäre Romantik“ (vgl. Bloch 1963, 347)[6]. Aber auch wenn seine Aussagen, wie der Autor betont, in den späteren Werken ‚Maß und Bestimmung‘ finden werden, bleibt es aktuell, nicht nur weil es in die zentralen Gedanken einführt, sondern vor allem, da in der Schrift deutlich wird, dass es der ‚Geist der Utopie‘ ist, der die Philosophie der Hoffnung trägt.

Auch aktuell an diesem heute schwierig zu verstehenden Frühwerk, das sich wie ein literarisches Werk im Duktus der damaligen Zeit lesen lässt, bleibt die Aufforderung, an den Träumen nach Vorwärts festzuhalten, sie quasi als Verpflichtung für unser Handeln zu begreifen. Meines Erachtens passt dieser Aufruf in unsere Gegenwart, die doch eher von Enttäuschung als vom utopischen Vorschein geprägt zu sein scheint, denn gerade in den Brüchen der Geschichte zeigt sich, dass das Unabgegoltene der unbedingten Träume eine Treuepflicht fordert. Sich dieser Verantwortung anzunehmen, verlangt Bloch deutlich vom Marxismus und stellt sich damit in Opposition zu jeglichem dogmatischen und doktrinären Denken. Sehr einfach ausgedrückt, hieße dies, sich bewusst zu bleiben, dass der Geist der Utopie immer ein sich bildender Geist sein muss, um das Neue im Brüchigen zu erkennen.

 

Literatur

Ernst Bloch: Atheismus im Christentum. Band 14 der Gesamtausgabe. Frankfurt am Main 1985. [AIC]

Ernst Bloch: Geist der Utopie. Erste Fassung. Faksimile der Ausgabe von 1918. Band 16 der Gesamtausgabe. Frankfurt am Main 1985. [GdU]

Ernst Bloch: Nachbemerkung (1963) in: Ders.: Geist der Utopie. Unveränderter Nachdruck der bearbeiteten Neuauflage der zweiten Fassung von 1923. Frankfurt am Main 1964, Bd. 3 der Gesamtausgabe.

Ivan Boldyrev: Geist der Utopie, der sich erst bildet, in: Francesca Vidal (Hg.): Einblicke in Blochsche Philosophie. Bloch-Jahrbuch 2012. Mössingen 2012.

Wassily Kandinsky: Über das Geistige in der Kunst. München 1912.

Arno Münster (Hg.): Tagträume vom aufrechten Gang. Sechs Interviews mit Ernst Bloch. Frankfurt am Main 1977.

Michael Stark: Für und wider den Expressionismus: die Entstehung der Intellektuellendebatte in der deutschen Literaturgeschichte. Stuttgart 1982.

Gert Ueding: Utopie in dürftiger Zeit. Studien über Ernst Bloch. Würzburg 2009.

 



[1] Vgl. z. B. Ernst Bloch: Der undiskutierbare Krieg (1914/15), Das falsche Geleise Zimmerwalds. (1917), Schuldfrage und mögliche Regeneration (1917), alle enthalten in: Politische Messungen, Pestzeit, Vormärz. Band 11 der Gesamtausgabe. Frankfurt am Main 1985.

[2] Vgl. hierzu Rainer E. Zimmermann: ‚Nur sanft sein, heißt noch nicht gut sein.‘ Bemerkungen zur Schwerkraft der Verhältnisse, in: Francesca Vidal u. Werner Wild (Hg.): Die Utopie des Friedens. Bloch-Jahrbuch 2016/17. Würzburg 2017, S. 81 – 105.

[3] Zur ausführlichen Darlegung der Musiktheorie vgl. Matthias Henke u. Francesca Vidal (Hg.): [Ton]Spurensuche. Ernst Bloch und die Musik. Siegen 2016.

[4] Dieses Kapitel fehlt in der zweiten Ausgabe, findet sich dann aber in wesentlichen Teilen in dem Band ‚Durch die Wüste‘. Frühe kritische Aufsätze. Frankfurt am Main 1964.

[5] So lautet die Überschrift eines autobiografischen Abschnittes in Ernst Bloch: Spuren. Band 1 der Gesamtausgabe. Frankfurt am Main 1985, 61.

[6] Zu den Veränderungen der verschiedenen Fassungen vgl. Boldyrev 2012, 32 – 54.